Baumaßnahmen sind von hoher Komplexität und häufig von hoher Kompliziertheit. Damit sind sie konfliktanfällig.
Baumaßnahmen sind zum einen durch ihren Langzeitcharakter geprägt, zum ande- ren durch das Zusammenwirken vieler Beteiligter. Von der Projektentwicklung über die Planung und die eigentliche Bauphase bis hin zur Nutzung stellen Bauprojekte lebendige Abwicklungsprozesse dar, wobei jede einzelne Phase spezifische Risiken birgt und damit Konfliktpotential. Das Zusammentreffen vieler Beteiligter hat meist zwangsläufig das Zusammentreffen verschiedenster oftmals widerstreitender Interessen zur Folge. Neben die wirtschaftlichen Interessen von Bauherren und fi- nanzierenden Banken treten die Interessen von Investoren und Nutzern. Diesen stehen nicht selten die Interessen der planenden Architekten und bauausführenden Unternehmen diametral entgegen. Termindruck und wirtschaftlicher Druck, insbe- sondere auf Seiten der bauausführenden Unternehmen steigern die Konfliktanfällig- keit. Die Qualität des Projektes leidet, wirtschaftliche Ziele der Beteiligten werden verfehlt.
Unser Ziel ist es nicht, Ihr Recht zu erstreiten.
Unser Ziel ist es, dass Sie Ihr Ziel erreichen.
Statt sich darauf zu konzentrieren, das Projekt zu fördern und voranzutreiben, sind die Beteiligten gezwungen, sich von Forderungen der Vertragspartner freizuhalten. Eskaliert ein Konflikt und wird der Gerichtsweg beschritten, begeben sich die Kon- fliktbeteiligten i.d.R. auf einen langen Weg, dessen Ausgang nicht selten unsicher und nicht kalkulierbar ist. Der einstige Vertragspartner wird zum Prozessgegner.
Das zentrale Ziel der Mediation nach unserem Verständnis liegt daher in einer für alle Seiten vertrauensvollen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit bezogen auf das konkrete Projekt, aber auch darüber hinaus!
| Im Gegensatz zum Bauprozess als Zweiparteienprozess ermöglicht die Mediation die Einbeziehung aller am Konflikt beteiligten Parteien; dies gewährleistet, dass eine entwickelte Lösung auch sofort im Projekt umgesetzt werden kann. | |
| Sie bleiben in jedem Stadium Herr des Verfahrens und entwickeln gemeinsam mit dem Konfliktpartner eine Lösung, die Ihre individuellen Interessen detailliert abdeckt. Die Entscheidung über den Ausgang des Konflikts treffen Sie als Partei. | |
| Das Verfahren wird geprägt durch konstruktive Kommunikation und Kooperation. Das gesteigerte Vertrauen der Beteiligten in einen allseitigen Interessenaus- gleich fördert die Bereitschaft zur Lösungssuche unter dem Aspekt der Einhaltung der Projektziele. Kreative, innovative Lösungsansätze führen zur Förderung des Projekts. | |
| Mediation ermöglicht eine zeitnahe Lösungsfindung. Der Projektablauf wird weder gehemmt, noch muss die Lösung von Konflikten auf die Zeit nach Pro- jektabschluss verschoben werden. | |
| Die zeitnahe Ausräumung von Konflikten führt zur Einsparung von Kosten und Manpower. Sie schonen Ihre Ressourcen, um sich der tatsächlichen Projektarbeit widmen zu können. | |
| Mediation findet unter dem Grundsatz der Vertraulichkeit statt. In einer Atmos- phäre, die es ermöglicht, direkt mit der anderen Partei zu sprechen und nicht lediglich über Rechtsanwälte und gerichtliche Schriftsätze, gewinnen Sie in der Regel weitaus mehr Informationen und Einblicke in die für den Projektablauf wesentlichen Vorgänge. Dies ermöglicht es, wesentlich umfassendere und vor- ausschauendere Lösungen zu finden. | |
| Ihre Geschäftsbeziehungen bleiben erhalten. Schaffen Sie es, zur Lösung Ihres Streits ein Ergebnis zu erzielen, das die Interessen aller Beteiligten angemessen berücksichtigt (sog. win-win-Lösung), und mit dem alle Beteiligten zufrieden sind, ist dies der beste Garant dafür, dass die Lösung dauerhaft haltbar ist und damit Basis für eine weitere kooperative Zusammenarbeit. |
Unsere langjährige anwaltliche Tätigkeit im Bereich des Bau- und Immobilienwesen und die einschlägigen Erfahrungen mit gerichtlichen Bauprozessen sowie die Kennt- nis der Komplexität der Konflikte im Projektverlauf haben dazu geführt, dass wir uns bereits seit vielen Jahren mit dem Thema Mediation und außergerichtliche Streitbeilegung beschäftigen.
Durch die Mitarbeit in den Arbeitskreisen »Mediation« des Deutschen Anwaltver- eins und die Vorstandstätigkeit in der »Internationalen Vereinigung für Konflikt- management und Mediation (IVKM) Deutschland e.V.« engagieren wir uns für die Weiterentwicklung des Themas Mediation.
Durch zahlreiche Vorträge und als Mitherausgeber und Mitautoren des umfangrei- chen Werkes Mediation im Bauwesen (erschienen beim Ernst & Sohn Verlag, Berlin 2003) versuchen wir, gerade die Relevanz des Themas Mediation und Konflikt- management rund um die Baumaßnahme aufzuzeigen.
Für die Einzelfall-Mediation stehen wir als ausgebildete Mediatoren (DAA) zur Verfü- gung. Im Bereich der projektbegleitenden Mediation arbeiten wir auch mit Projekt- steuerern und Ingenieuren zusammen, die ebenfalls als Mediatoren ausgebildet sind. So ist es uns möglich, auch als interdisziplinäres Mediatoren-Team eine um- fassende Qualifikation anzubieten.
Mit der Einzelfall-Mediation versuchen wir, den im Rahmen des Projektablaufs auf- getretenen Einzelfallkonflikt schnell und effektiv zu lösen.
Sie schildern unserem Mediator den Konflikt aus Ihrer Sicht. Hält dieser den Kon- flikt für mediationsfähig, und stimmen die anderen Beteiligten der Durchführung eines Mediations-Verfahrens zu, werden in einem Erstgespräch mit den einzubezie- henden Konfliktbeteiligten Verfahrensablauf und Verfahrensgrundsätze geregelt. In einer oder mehreren darauffolgenden Sitzungen je nach Umfang und Komplexität werden dann nach einem strukturierten Ablauf und mit Unterstützung des Media- tors Lösungsmodelle erarbeitet. Erst wenn eine für alle Parteien bestmögliche und in allen Punkten akzeptable Lösung entwickelt wurde, ist die Mediation beendet. Nach Abschluss des Verfahrens wird das Ergebnis schriftlich festgehalten und durch die Parteien ggf. nach juristischer Prüfung verbindlich bestätigt. Die Vereinba- rung hat die Qualität einer Vertragsergänzung oder Vereinbarung.
Die Beauftragung des Mediators bzw. bei dieser Variante in der Regel eines Mediatoren-Teams setzt nicht voraus, dass ein Sachproblem bereits zu einem Konflikt eskaliert ist. Vielmehr liegt der Schwerpunkt unserer Tätigkeit hier auf der Konfliktprävention. Der Mediator wird als Sachwalter und Anlaufstelle für alle in das Projekt eingebundenen Parteien tätig. Diese können gleichberechtigt zu jedem Zeitpunkt des Projektverlaufs den Mediator anrufen. Auf diese Weise und versorgt mit den erforderlichen Unterlagen durch die Beteiligten kann bereits bei Aufkeimen eines Problems, welches oftmals für andere Projektbeteiligte als solches noch gar nicht erkannt wurde, dieses frühzeitig in einem noch nicht angespannten Klima verhandelt werden, ohne dass das Projekt Schaden nimmt. Darüber hinaus verhilft uns unser spezifisches Know-how aus allen Bereichen des Bauwesens, frühzeitig auf mögliches Konfliktpotential hinzuweisen. Reibungsverluste werden so von Anfang an vermieden.
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